Denkst du noch oder lebst du es schon?

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Inzwischen ist ein halbes Jahr vergangen und ich frage mich, was hat die Reise nach Malawi in meinem Leben und meinem Umfeld verändert?

Vortrag bei der Hochschulgruppe Kiel

Nach der Rückreise waren wir alle sehr erschöpft und trotzdem voller Tatendrang. Obwohl mir die Welt in Malawi so nahe war, musste ich mir ein paar Tage ohne ein einziges Bild verbringen um mich zu erden. Denn sofort wenn ich eines der Fotos gesehen hatte, dann wurden tausende Bilder in meinem Kopf frei und die vielen Geschichten der Menschen die wir getroffen haben waren wieder ganz präsent. Das alles zu sortieren für meinen ersten Vortrag bei der Hochschulgruppe in Kiel war schwer, denn zu jeden Bild gehört ein Schicksal ein Eindruck und berührende Momente. Jedes ist mir wichtig und jedes soll wahrgenommen werden, denn es prägt unseren Eindruck von diesem Land. Es gelang allen Reiseteilnehmern trotzdem das Material zu sichten und Vorträge ganz individuell vorzubereiten.

 Bei den Vorträgen die ich bisher halten durfte in Kiel, in Bielefeld, in Paderborn und in Osnabrück war es für mich eine große Freude das Land Malawi näher zubringen und so viele dankbare Zuhörer zu finden. Stunde um Stunde könnte ich erzählen und jeder Vortrag ist anders aber ich tauche immer wieder ein in die Welt der Kinder und bin zurück in Malawi.

Begrüßung beim Besuch im CBCC

 Mein Bewusstsein wofür ich diese ehrenamtliche Arbeit mache ist mehr denn je da. Im vergangenen Winter bei diesen Schneemassen war es keine Frage ob ich Lust dazu habe. Es ist notwendig! Die Kinder brauchen uns. Ich bin dabei!

Ich freue mich immer wieder über Menschen, die mehr erfahren möchten und verstehen, dass wir in Europa so privilegiert sind und auch nicht allein auf der Welt leben. Auch mit kleinen Veränderungen im Leben kann man etwas tun. Mir persönlich ist jetzt jedes Leben mehr wert, jeder Einkauf bringt mich zu nachdenken und die Welt ist ein Stück kleiner geworden. Alles was wir tun hat eine Wirkung. Dieses Bewusstsein hat nicht zu einer Einschränkung geführt, sondern zu mehr Willen und mehr Kraft auch etwas Wichtiges tun zu können für die Kinder der Welt.

Eure Patrizia

Der letzte Besuch in einem Projekt — Freude und Bedauern!

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An unserem vorletzten Tag haben wir heute am Morgen ein weiteres Krankenhaus besucht. Es sollte unser letzter Besuch in einem von Unicef geförderten Projekt sein. Die Patienten kommen hier her, um Bluttest machen zu lassen, während wir da waren, wurde in dem kleinen Labor ein Malariatest gemacht.

Kelvin von Unicef und ein medizinischer Helfer

 Wir haben uns die Apotheke angeschaut und einige Helfer und Krankenschwestern getroffen. In der Apotheke konnten wir genau wie im Nkhatabay District Hospital denn Mangel an Medikamenten sehen. Besonders tragisch empfanden wir den Mangel an Paracetamol, dass eigentlich jedes Mal in Verbindung mit Malariatabletten oder HIV Präparaten gegeben werden sollte. Wir haben daraufhin alle unsere Reiseapotheke geplündert und die Reste zur Verfügung gestellt. Wenn man überlegt wie viel eine Schachten davon bei uns kostet und wie gerne man sofort ein ganz großes Paket mit diesen notwendigen Dingen los schicken würde… da wird einem ganz anders.

Leere Regale in der Apotheke

 Als einige von uns sich im Labor die ganzen Abläufe erklären ließen, setzte ich mich draußen zu den wartenden Menschen. Ein Vater war dort mit seinem Jungen, der 10 Jahre alt war. Der Vater sagte mir, sein Sohn hätte einen Ausschlag im Gesicht und Bauchweh. Da im Moment Masern ein großes Problem sind tippe ich mal als Leihe genau darauf. Ich fragte, ob der Junge in die Schule geht und der Vater sagte mir stolz in Standard 4. Ich erfuhr, dass auch hier alle Medikamente und die Behandlung umsonst sind, das stimmte mich einigermaßen froh und ich wünschte beiden noch gute Besserung und dem Jungen weiterhin viel Erfolg in der Schule, „maybe you try to go to the secondary school?!“ , aber erst mal hoffe ich für ihn, dass er gesund wird.

Patienten wareten vor dem Labor auf ihre Bluttests

Inzwischen sind wir zurück in der Hauptstadt Lilongwe und fahren gleich zu einem „official dinner“ bei der Leiterin von Unicef Malawi. Bis hier hin war es eine erfüllende Reise und die Zeit war viel zu knapp, aber unser aller Aufnahmefähigkeit hat ihre Grenzen erreicht. Mit neuer Motivation fliegen wir morgen zurück nach Hause und kümmern uns um unsere Alltagsprobleme. Der Unterschied: für mich wird es etwas geben, dass hier das warme Herz Afrikas genannt wird, ein Land Namens Malawi, dass nicht auf hört zu kämpfen.

Alles Gute

eure Patrizia

Typisches Dorfleben mit Verkaufsständen

So viel Hilfe kann einer allein nicht leisten…

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Nach einigen Besuchen in den Projekten war heute mein Tiefpunkt erreicht. Der mangelnde Schlaf mit der Folge mangelnder Konzentrationsfähigkeit stand entgegen meinem Wunsch alles aufzunehmen und intensiv zu verfolgen. Unser erster Besuch war im Nkhatabay District Hospital, eines von drei Hospitals im Nothern District von Malawi mit 200.000 Einwohnern. Hier werden jeden Tag bis zu 150 Patienten ambulant versorgt. Das Hospital macht um 7:30 Uhr auf und es warten dann schon einige Patienten auf die Behandlung. Insgesamt sind zwei Ärzte für den District zuständig. Einer der Ärzte erklärte uns, was in diesem Krankenhaus hauptsächlich geleistet wird. Ein ganz wichtiges Thema ist natürlich die HIV Infektion in Malawi. 12,6 % der Bevölkerung sind infiziert. Man versucht mit Aufklärungsprogrammen die Rate zu senken, vor allem die Ansteckung von Mutter zu Kind.

Die Babys werden gewogen

Mit Medikamenten kann man eine Ansteckung vermeiden. Viele Frauen gehen aber nicht in das Krankenhaus, um sich auf HIV testen zu lassen. Einerseits ist der Weg sehr lang, andererseits ist die Stigmatisierung, wenn man dann als positiv getestet wurde eine Hürde. Um die Frauen und auch deren Männer von der Notwendigkeit einer Vorsorge und Diagnose zu überzeugen startete das Krankenhaus eine Volunteergroup, die mit Theaterstücken in die Dörfer geht und die Menschen über HIV und Prävention aufklärt. Wir waren sehr begeistert von der Dramagroup, die uns eine Vorführung gegeben hat und konnten uns danach auch noch mit einigen Mitgliedern unterhalten.

Die Dramagroup spielt eine typische Szene

Die Motivation als Helfer bei dem Programm mitzuwirken ist ganz unterschiedlich, genauso wie der Lebenslauf der Menschen. Ich habe mich mit zwei Mitgliedern der Dramagroup unterhalten, ein junger Mann von 34 und ein älterer Schauspieler von 57 Jahren. Beide finden das Programm wichtig um die Stigmatisierung abzubauen und Menschen über die Infektion HIV und die Problematik bei Schwangerschaften aufzuklären. Besonders eingeprägt hat sich der Satz „people need to talk to other peoples“. Wenn keiner mehr da ist, wen soll man dann noch ansprechen können. Und das ist ein schöner Grund als Volunteer in diesem Programm zu arbeiten. Auch einige Angestellte aus dem Krankenhaus sind Mitglied in der Dramagroup, so wie der 57 jährige Mann, der uns mit seinem Spiel sehr überzeugt hat. Er ist einer der Patientenbetreuer und weiß, wie wichtig es ist, HIV offen anzusprechen. Dank Unicef haben die Volunteers ein Training bekommen um diese Arbeit leisten zu können und wir waren alle sehr stolz darauf.

Die Medikation in diesem Krankenhaus ist frei erhältlich und das hat uns alle überrascht. Trotzdem kommt die Medikamentenversorgung nur einmal im Monat und was alle ist, ist eben alle. Ein undenkbarer Zustand in Deutschland. Ebenfalls erschreckend war die Tatsache, dass es an einfachen Dingen fehlt, die bei uns auf jeder Promo-Veranstaltung der Krankenkassen zu sehen sind, ein Gerät zum Hämoglobin messen zum Beispiel. Im gesamten Krankenhaus gibt es nur eines. Ich denke wir haben noch viel zu tun.

Am Nachmittag fuhren wir in eine Einrichtung, die hier als Childrens Corner bezeichnet wird. Dieser Ort bietet den Kindern im Schulalter einmal in der Woche eine Freizeitmöglichkeit. Wir haben dort wieder das Responsobility-Konzept kennengelernt, d.h. der Head of the Village und ein Komitee sorgen für diesen Childrens Corner und fühlen sich auch verantwortlich für diese Initiative. Nachdem ich mit ein paar Kindern gemalt habe sind wir dann alle zusammen zum Volleyball spielen nach draußen gegangen. Ich bin zwar Ball-Legastheniker, aber Spaß gemacht hat es trotzdem. Die Kinder haben oft eine schwierige Situation zu Hause und können im Childrens Corner betreut werden und dort auch ihre Probleme ansprechen. Obwohl ich so müde war habe ich es doch geschafft mit den Kindern zu spielen, denn sie sind so froh über jede Aufmerksamkeit, dass man ohne viele Worte merkt, dass sie diese zu Hause nicht bekommen.

Verabschiedung im Childrens Corner

Umso mehr sind diese Einrichtungen wichtig um Schulabbrecher wieder in die Schule zu bringen oder die Motivation hoch zu halten. Bildung ist der einzige Weg, dass ist mir hier mehr als zuvor deutlich geworden.

Viele Grüße

eure Patrizia

Kleine Stimmen können viel erreichen!

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Nach der Mittagspause waren wir im Ort Mbamaba um uns an der dortigen Schule ein Sanitary Projekt anzuschauen, welches mit Hilfe von Unicef gestartet wurde. An der Schule sind seit 2002 eine Wasserpumpe und inzwischen 8 Toiletten mit Handwaschstationen gebaut worden. Wir sind mit Gesang empfangen worden und die Kinder zeigten uns die Waschstationen. Ein paar der Kinder erklärten uns dann wie wichtig es ist zur Schule zu gehen und was dafür notwendig sei, eine Toilette zu haben ist für alle ganz wichtig, aber vor allem für die Mädchen. Auf die Frage was er sich denn noch für die Schule wünschen würde antwortete einer der Lehrer, dass er sich Strom und einen Zaun für die Schule wünscht, denn wenn in Mbamab Markt ist und die Kinder bis es dunkel wird in der Schule sind ist es gefährlich für sie. Ein kleiner Wunsch der für uns ganz einfach wäre, aber hier Dimensionen entfernt scheint.

Kinder empfangen uns in der Schule in Mbamba

Ein weiteres Projekt, das von Unicef unterstützt wurde konnten wir im angrenzenden Dorf besuchen, einen Brunnen mit Pumpe für frisches Wasser (save water). Einige Frauen des Dorfes, die auch teilweise Mitglieder im Komitee sind waren anwesend um uns voller Stolz diese gute Errungenschaft vorzuführen. Obwohl der Brunnen nur für 20-50 Personen ausgelegt ist versorgen sich 1150 Personen dort, davon sind allein 850 unter 10 Jahre alt.

Dorfleben

Wir besuchten das Dorf und konnten noch einige Gespräche führen, die uns die besondere Fürsorge und Verantwortlichkeit, die die Dorfbewohner für den Brunnen empfinden näher brachte.  Es wurde bereits für die eventuellen Reparaturen eine Art Fond im Dorf gesammelt und man hat einen Zaun errichtet und Öffnungszeiten festgelegt. Auf dem Weg durch das Dorf haben wir viele Kinder um uns gehabt, die das Fotografieren lieben und sobald man ihnen das Foto zeigt hellauf begeistert sind und über sich gegenseitig scherzen. Trotzdem ist es immer komisch mit einer Kamera auf die Kinder zu halten, denn einige haben bestimmt nicht so oft Gelegenheit eine Kamera von nahem zu sehen und fragen sich was das soll.

Kinder führen das Händewaschen vor

Insgesamt haben wir alle einen guten Tag gehabt und noch viel über das CBCCC gesprochen, welches uns doch sehr bewegt hat. Das Thema HIV wurde zwar angesprochen, wir konnten aber lediglich herausfinden, dass vom CBCCC ab und zu HIV Tests gemacht werden und wenn ein Kind positiv ist mit der Familie oder den Verantwortlichen gesprochen wird. Eine Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus besteht und Medikamente können zur Verfügung gestellt werden. Wir haben aber nicht herausgehört wie viele der Kinder an HIV erkrankt sind. Seit allerdings im CBCCC das Handwaschprogramm besteht sind keine Durchfallerkrankungen mehr aufgetreten. Wenigstes ein kleiner Erfolg.

Ich möchte mit einem Zitat enden:

„Es gibt Dinge, die für uns Menschen zu groß sind: Schmerz, Einsamkeit und Tod, aber auch Schönheit, Erhabenheit und Glück. Dafür haben wir die Religion geschaffen. Was geschieht, wenn wir sie verlieren? Jene Dinge sind dann immer noch zu groß für uns. Was uns bleibt, ist die Poesie des einzelnen Lebens. Ist sie stark genug uns zu tagen?“

Ich sage ja, denn ich bringe ganz viele poetische und auch tragische Momente mit, um genau das zu beweisen.

Liebe erfüllte Grüße

Euer Patrizia

Kinder im CbCCC bei unserer Ankunft

Wir tanzen mit den Kindern im CBCCC

Bewegende Momente mit etwas Hoffnung

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Heute Vormittag waren wir im Kapando CBCCC (Community Based Child Care Center) in dem Kinder bis 5 Jahre eine Tagesstruktur mit Spielen und ersten Lernschritten gegeben wird. Dazu gehört auch ein Feedinprogramm, dass den Kindern oft die einzige Mahlzeit am Tag sichert. Das CBCCC beherbergt derzeit 88 Kinder ab 2 Jahren von denen 43 Waisenkinder, die bei Familienangehörigen oder Dorfmitgliedern untergebracht sind. Als wir mit den Jeeps auf das Geländer fuhren konnten wir gleich die Freude spüren über unseren Besuch. Wir haben zunächst die wichtigsten Fakten über das CBCCC und den angegliederten Childrenscorner für Kinder ab 6 erfahren.  Ich denke das war der bisher emotionalste Moment für alle von uns. Ich habe mich gefreut gleichmit den Kindern in Kontakt zu kommen, obwohl keine gemeinsame Sprache möglich war. Ich denke ich war sehr glücklich mit den Kindern so schön spielen zu können. Leider konnten wir auch sehen, dass die Kinder in einem schlechten Zustand waren. Die Kleider waren schon sehr dreckig und die Hälfte der Nasen lief. Ein Trost ist, dass die Kinder, die in das CBCCC gehen doch etwas Hilfe bekommen. Jetzt sitzen wir in unserer Mittagspause zusammen und verarbeiten unsere Eindrücke.

Viele liebe Grüße

eure Patrizia

Kinder im CBCCC

Wir spielen zusammen

Kinder werden angeleitet zum Malen

Mothersgroup — Frauenpower in Malawi

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Gestern waren wir in der Matindibizi Junior Primary School und wurden dort schon sehr herzlich begrüßt mit Gesang und Tanz. Wir waren dort sehr angetan von der Struktur mit einer Motthersgroup, dem Schulkomitee und dem Gemeindekomitee. Nach allerlei Reden haben wir auch noch bewundert, dass neben der Hilfe von außen auch Eigeninitiative entstanden ist. Die Dorfvorsteher der umliegenden Dorfgemeinden haben jeweils 7.000 Kwacha gespendet, um ein Lehrerhaus zu bauen. Wir konnten hier eine ganz tolle Erfahrung machen wie ein kleiner Anstoß der in diesem Fall von Unicef mit initiiert wurde zu einer neuen Welle von Eigenverantwortung führt und viele positive Folgen hat, die auch bestehen bleiben. Besonders spannend fand ich die Mothersgrup, die für die Versorgung der Kinder sorgt. Durch ein Startkapital konnten diese Frauen sich eine  Einkommensmöglichkeit schaffen, durch den Verkauf von Maismuffins. Mit den Erlösen des Verkaufs wird die Schulspeisung finanziert, die aus einem Brei aus Mais, Soja und Mineralien besteht. Inzwischen denken viele schon weiter und es wird geplant einen Schulgarten einzurichten, um die Versorgung der Kinder weiterhin zu sichern.

Als wir uns alles angeschaut hatten bekamen die Kinder Essen, denn wegen unseres Besuchs hatte sich schon alles verzögert. Viele standen schon mit ihren Essensschüsselchen vor uns, um uns zu begrüßen. Wir haben nach der Essensausgabe dann noch eine Reihe von Tänzen und Musik angeschaut, die wirkich traditionell waren und sehr bewegend.

Die Schule hat speziell das Thema Mädchen und Schule aufgegeriffen, da die Gründe aus denen Mädchen nicht zur Schule gehen oder abbrechen ausgeräumt wurden. Das bedeutet z.B. seperate Toiletten und weibliches Lehrpersonal, denen sich die Mädchen auch anvertrauen können. Der wichtige Punkt um dieses Bestreben durchzusetzten ist aber die Überzeigung der Dorfvorsteher und diese waren selbst so überzeugt von der Notwendigkeit Mädchen eine  Bildung zu geben, dass diese Schule viele Mädchen unterrichten kann.

Frauen der Mothersgroup im Gespräch mit unserer Gruppe

Frauen der Mothergroup beim Feedingprogramm der Schule

Erkenntnis des Tages: Ein Handy im Supermarkt erleichtert den Einkauf

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Heute war unser erster Tag, an dem wir mit Projekten von Unicef in Kontakt kommen konnten. Unser erster Besuch führte uns aber zunächst in das Unicef Büro in Lilongwe. Dort erwarteten uns Mitarbeiter aus den verschiedenen Projektbereichen, die uns über die Voraussetzungen und die Arbeit von Unicef alles erklärt haben. Wir konnten unsere Fragen loswerden und wurden danach auf vier Jeeps aufgeteilt. Der Weg führte uns zur Miteme Primary School, die seit 2009 eine „Child Friendly School“ ist und durch Unicef unterstützt wird. Wir waren alle ganz aufgeregt und ich hatte keine Ahnung was uns dort erwarten würde. Die Begrüßung durch den Headteacher und einige Lehrer war sehr herzlich und wir konnten schon in wenig über die Schule erfahren. Es werden dort Kinder von 5-16 Jahren von sieben Lehrern unterrichtet. Danach besuchten wir einige Klassen, die uns ihren Unterricht anschauen ließen und für uns gesungen und getanzt haben. Wir kamen uns schon etwas seltsam vor als wir dann zu zwölft in der Klasse standen. Diese beobachtende Position löste sich dann aber auf, als wir einige Kinder auf dem Schulhof trafen und einen kleinen Spaziergang machten um die neu gebauten Toiletten der Schule zu sehen. Wir kamen auch mit dem Schulkomitee und dem Dorfvorsteher Tchauya (ca. 70) ins Gespräch. Der „Head oft thevillage“ konnte uns einiges erzählen über die Schule und wie stolz er ist, nun eine Child Friendly School im Dorf zu haben. Er kümmert sich darum, dass die Eltern aus dem Dorf ihre Kinder in die Schule schicken. Als Strafe müsse jeder ein Huhn an ihn abgeben, falls die Kinder nicht in die Schule gehen. Viele Hühner hat er nicht, sehr zu unserer Freude. Zusammen mit dem „Head ofthevillage“ konnten wir mit Kelita (43) und Kalekeni ins Gespräch kommen. Beide sind Mitglieder im Schulkomitee, welches 10 Mitglieder zählt und jeweils zur Hälfte aus Männern und Frauen besteht. Kelita hat selbst keine Möglichkeit gehabt die Schule zu besuchen, da das Schulgeld zu teuer war, so ist es ihr ein großes Anliegen gewesen ihre 6 Kinder zur Schule zu schicken, alle gehen zur Miteme Primary School. Als der Dorfvorsteher sie fragte, ob sie in das Komitee gehen möchte, war es dann wohl keine große Frage und im Gespräch konnte man auch den Stolz ob dieser Aufgabe beobachten. Auch Kalekeni, der im Komitee der Schatzmeister ist, konnte uns berichten, dass er selbst auf der Schule war und das sehr wichtig findet. Er war so nett mir alle Namen aufzuschreiben, da diese doch sehr schwierig für uns zu verstehen sind.

Schüler der Stufe 5 in der Klasse

Kinder in der Miteme Primary School

Schatzmeister des Schulkomitees

Schüler zeigen Bilder und Bücher auf dem Schulhof

Schulkomitee mit Headteacher

Der Weg zur Schule ist nicht immer einfach

Nach unseren Gesprächen war der Schulhof voller Kinder und jeder wollte uns seine Bücher und Hefte zeigen. Ein sehr eindrucksvolles Gefühl mitten in einer Horde Kinder zu stehen, die zuvor noch absolut diszipliniert im Klassenraum saßen und nun alles zeigen wollen was sie so haben. Das erinnert mich auch an zu Hause, denn wollen nicht alle Kinder stolz zeigen, was sie in der Schule gemacht haben?!

Ich denke das war ein guter Anfang, auch wenn wir noch ungeübt im Kontakt sind war das Eis am Schluss gebrochen und am liebsten wären wir noch länger geblieben. Wir mussten aber weiter in unser nächstes Hotel, dass eine vierstündige Fahrt entfernt liegt. Auf dem Weg haben wir im Supermarkt etwas zu essen eingekauft und dort war, wie gestern Abend Stromausfall. Sofort zück jeder Besucher sein Handy und macht soweit das Displaylicht es zulässt mit dem Einkauf weiter. Irgendwann geht der Strom wieder an und alles ist gut.

Alles Gute die müde Patrizia

Takulandirani ku Malawi! — Willkommen in Malawi!

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Wir sind heil angekommen und  im Cresta Crossroads Hotel in Malawis Hauptstadt Lilongwe (ca. 600.000 Einwohner) untergebracht.  Die UNICEF Mitarbeiter haben uns am Flughafen in Empfang genommen und uns mit Jeeps zum Hotel gebracht. Auf der kurzen Strecke konnte ich das erste Mal die fremde Landschaft und die fremden Gerüche wahrnehmen, die mich eine Woche begleiten werden und mir danach hoffentlich nicht mehr so fremd vorkommen werden. Obwohl die Landschaft sehr karg und trocken wirkt blühen hier wunderschöne Bäume und die Luft ist voller Staub der roten Erde. Die Gegend um Lilongwe ist eher flach und mit ein paar Büschen und Bäumen sowie Gras bewachsen. An der Hauptstraße saßen Menschen um Mais zu verkaufen oder andere  Dinge anzubieten. Fahrräder sind  hier auch ein beliebtes Fortbewegungsmittel wie es scheint. Ich denke meine Eindrücke sind noch so karg wie die Landschaft und müssen erst noch aufblühen wie einer dieser schönen Bäume. Morgen werde ich Tagesprotokollantin sein und werde mich nun noch etwas in die gewünschte Protokollform einarbeiten. Also bis morgen… 

Eure Patrizia 

Noch ein paar Daten für die Interessierten:

Malawi hat ungefähr ¼ der Fläche Deutschlands, derzeit ist es trocken und sommerlich warm. Das Land hat ca. 14 Mio. Einwohner. Die Landesfläche teilt sich auf in 31% Wald- und Buschland, 25% Wasserfläche, 20% Ackerland und 15% Wiesen und Weiden.

kurz vor Abflug

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Hallo zusammen,

wir sind kurz vor dem Abflug und froh unser Gepäck los zu sein. Obwohl unser Reiseprogramm sich gestern erneut geändert hat sind wir ganz aufgeregt welche Projekte uns erwarten. Jetzt werden unsere Reihen aufgerufen. Neue Nachrichten gibts dann erst aus Malawi.

Viele Grüße

Patrizia

Vorbereitungen auf die Reise nach Malawi

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Liebe Freunde und Familie,

Die Gruppe der UNICEF Projektreise Malawi

am Samstag um 23 Uhr startet unsere UNICEF Projektreise nach Malawi. Wir fliegen zunächst in die Hauptstadt Lilongwe und werden dort die Mitarbeiter des Länderbüros Malawi kennenlernen. Unsere Gruppe besteht aus 13 Personen ganz unterschiedlichen Typs, was die Reise noch interessanter machen wird. Ich freu mich schon auf die viele Eindrücke und Erlebnisse, die uns in Malawi begegnen werden. Der Kontakt mit den Kindern ist für mich etwas ganz besonderes und auch zu sehen wohin, die Spenden gehen, die wir mit vielen Grußkartenverkäufen erhalten. Ich möchte euch bitten mir euere Fragen und Eindrücke von zu Hause über den Blog zu schicken. Ich hoffe ich kann das dann gleich hier umsetzen.

Nun sind die letzten Vorbereitungen zu erledigen.

Bis dahin… eure Patrizia

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